Kolberg
(Spielfilm, D/1944)

Texte aus den Jahren
1950 - 1959


Tagebucheintrag vom 7. Februar 1954 in Berlin
Ein Berliner konnte den Farbfilm "Kolberg" sehen und schreibt seine Gedanken dazu nieder.









"Donnerstag: Dovifat zeigt in seiner Allg. Publ.-Vorlesung einen Schnitt des Kolberg-Films, jenes Veit Harlan-Films, der beim Zusammenbruch des "Dritten Reiches", den Januar 45 noch zur Mobilisierung des Volkswiederstandes bis zum letzten, zur Rechtfertigung und Proklamierung des 'totalen Krieges' angelaufen war. Ich entsinne mich noch der Nachrichtendurchsage in jener Zeit (in Emden), daß der film im belagerten Brest seine Premiere gehabt hätte. Alle publizistischen Mittel der totalen Welt sind aufgeboten worden. Massen und Massen, Fahnen u. Führernaturen, Überflutungen und Brände. Ein überdimensionaler Film (der heute zur öffentlichen Vorführung verboten ist). Ein Farbfilm: Weibliche Hauptrolle, natürlich: Kristina Söderbaum. Sonst eine Menge
prägnanter Schauspieler. Schauspieler noch von wirklichem Format: Heinrich George als Nettelbeck, Horst Caspar als Gneisenau, Paul Wegner, Kurt Meisel, Paul Henckels u.a. Gespenstisch, heute diesen Film zu sehen. Er ist groß angelegt und packend. Eine tolle Kitschszene: Das Zusammentreffen des Kolberger mädchens mit Königin Luise. - - - “

< Zurück zur Übersicht